Ist Geiz Geil? Resort Fees in den USA

"Preise Statt Reise"-Bucher Aufgepasst!

Das kommt davon, wenn man Preise statt Reise“ bucht: Resort Fees, der neue Aufreger.

Nicht nur Fluggesellschaften, auch Hotels kommen immer wieder auf neue Ideen, deren Ziel es ist, ihren Gästen ein paar Euro mehr aus der Tasche zu ziehen. Hier schlägt die „Geiz ist geil-Keule“ zurück!

Jüngstes Beispiel ist die „Incidental Fee“ bzw. „Mandatory Fee“ oder „Resort Fee“ – bei uns noch besser bekannt als „Kurtaxe„.

Eine obligatorische Gebühr, die vor allem in Hotels in den USA zusätzlich zum Zimmerpreis erhoben wird. Diese Gebühr wird verwendet, um einen Budgetmangel auszugleichen oder um bestimmte Zusatzleistungen zu finanzieren.

Man trifft seit Jahren schon auf diese Abgabe in den Hotels in Las Vegas, auf Hawaii, aber auch in Stadthotels. Allerdings habe ich diese Abgabe vor Jahren schon in guten Häusern in Tschechien, an der Ostsee in Deutschland oder in Kanada bezahlt.

Die genauen Hintergründe zur Entstehung sind nicht bekannt. Resort Fees scheinen aber grundsätzlich genutzt zu werden, um Angebote optisch günstiger wirken zu lassen, da sie in der Regel von Buchungsplattformen nicht ausgewiesen werden (können). Gleichzeitig sparen Hotels bei Buchungen über Reisevermittler oder Buchungsplattformen häufig Vermittlungsprovisionen ein, da diese Gebühren nicht Teil des Reisepreises sind, sondern direkt vor Ort, bei der Anreise, beim Check-In oder bei der Abreise erhoben werden.

Für mich als alter Touristik-Kenner ist das alles die Quintessenz aus dem ständigen Preis-Vergleichs-Wahn, der über die Hotelportale vor Jahren ins Leben gerufen wurde. Mehr als traurig ist daher, dass überwiegend deutsche Reisebüro-Mitarbeiter nur noch Preise über den Ladentisch verkaufen, statt mit Zielgebietswissen von einem Reiseziel berichten können. Tja, da gehen sie hin, die alten Zeiten…

Reisende regen sich nicht immer grundlos über diese Kosten auf: Denn kein Reiseveranstalter übernimmt diese obligatorischen Zusatzkosten.
Es handelt sich um Kosten und Dienstleistungen, die der Reisende zu zahlen hat, und von denen er der Meinung ist, dass diese alle im Zimmerpreis enthalten sein sollten.

Im vergleich zu Europa gibt es hier in den USA neben den weit günstigeren Zimmerpreisen auch ein super funktionierendes
(kostenloses?) WLAN im Zimmer, Fitnessraumnutzung, kostenlose lokale Telefonate, Tageszeitung oder sogar den Schuhputzdienst. Dass in großen Hotels/Resorts auch die Sicherheit eine wichtige Rolle spielt und diese auch bezahlt werden muss, gehört hier auch erwähnt.

Ich möchte mit diesem Artikel meine deutschen und europäischen Landsleute zärtlich aber bestimmt auf diese gestiegenen „Hotelkosten“ einstimmen, denn als Touristik-Oldtimer kenne ich das Buchungsverhalten unserer Reisegäste und man sollte bedenken, dass man, – bevor man für nur cirka 130 Euro pro Nacht/Zimmer ein Fünfsternehaus bucht – in diesen servicereichen Hotels auch mit einer täglichen Resort Fee von 37 – 39 Dollar rechnen muss.

Es ist eigentlich unmöglich, diese gigantischen Erlebnishotels (Hotels mit 5000+ Zimmern pro Hotel!) mit Unterkunftsbetrieben in Europa zu vergleichen, und wer mit dem Geiz ist geil-Gedanken spielt, der sollte besser im Schwarzwald Urlaub machen statt in den USA.

Bellagio - Luxus in Las Vegas

AUTHOR: Reiner Heller

Genuss-Biker und USA-Reiseveranstalter seit 1995. Seit 10 Jahren beschäftige ich mich überwiegend mit begleiteten Motorradreisen in den USA und konnte über 2000 Biker von diesem eindrucksvollen Land der unbegrenzten Möglichkeiten begeistern. Ich lebe in Las Vegas und fahre eine Harley Davidson Electra Glide. Ich liebe die USA und bin viel unterwegs, 2016 hatte ich 51.000 Kilometer auf der Uhr....

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